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Ein Zwerg auf Abwegen in Berlin

Willkommen zu unserem Zwergenblog!

Vielleicht seid ihr letzte Woche schon auf Lasse’s Blogeintrag gestoßen. Dann wisst ihr bestimmt auch, dass wir LieferZwerge euch von nun an öfter an unserem Alltag teilhaben lassen wollen. Ein richtiger Einblick in die Arbeit der LieferZwerge also. Denn wie ihr euch vorstellen könnt, ist die Arbeit als Zwerg mit grüner Zipfelmütze meist sehr lustig und alles andere als langweilig. Bekanntlich gehört das nette grüne Accessoire halt nicht zu jedermanns Arbeitskleidung dazu. Umso mehr Aufsehen erregen wir während der Arbeitszeit. Merkwürdige Begebenheiten, skurrile Vorkommnisse und nette Gespräche resultieren daraus.

Ach, ich möchte gar nicht länger drum rum reden und gleich zu meinem abgefahrenen Erlebnis bei einer meiner Lieferungen kommen. Letzte Woche ist mir in Berlin nämlich etwas ganz ulkiges passiert. Dementsprechend wäre es ein Graus, wenn ich euch dieses Erlebnis vorenthalten würde.

Ein Zwerg, der sich verirrt?

Nicht immer laufen Lieferungen reibungslos ab. Im Normalfall sollten sie es aber. Dann ist die Bestellung mit den leckeren Frühstücksprodukten auf jeden Fall im Gepäck. Darüberhinaus hat man als Zwerg generell einen lockeren Spruch auf Lager. So gibt es für euch nicht nur leckeres Frühstück oder ein ausgeladenes Catering für Feierlichkeiten. Sondern wir zaubern dem ein oder anderen während der Lieferungen auch noch ein Schmunzeln ins Gesicht. Wenn nicht sogar ein ehrliches Lachen. Dies ist dann die beste Reaktion, die wir als LieferZwerge bekommen können. So macht das Arbeiten und Liefern einfach nur Spaß.

Dann gibt es aber auch Tage an denen es zu kleineren “Komplikationen” kommen kann. Da vergisst man mal den Schlüssel vom Büro und muss wieder umdrehen. In der Stadt herrscht völliges Verkehrschaos, wodurch das Auto nicht ansatzweise zum Rollen kommt. Oder es scheint so als würden die Hausnummern an den Wohnhäusern fehlen, sodass man wiederholt an denselben Häusern vorbeifährt bis man schlussendlich das richtige entdeckt. Doch es gibt auch Situationen, wie die, die mir letztens widerfahren ist.

Der Eingang will und will einfach nicht gefunden werden. Da steht man völlig planlos vorm Gebäude und weiß nicht recht wo man nun das Frühstück abgeben soll. Ist es die unscheinbare Tür zur Rechten, an der es keine Klingelschilder gibt? Oder muss ich doch noch mal eine Runde ums Gebäude drehen? Manchmal ist das gar nicht so einfach.

Ich finde den Eingang nicht – eine Lösung muss her

Wenn uns LieferZwergen etwas besonders wichtig ist, dann ist es Pünktlichkeit. Keiner mag lang auf sein Frühstück warten. Magengrummeln ist alles andere als angenehm. Außerdem legen wir Wert darauf die Bestellungen ordnungsgemäß auszuliefern. Denn wie ich bereits erwähnt habe, macht die Arbeit mit glücklichen Kunden erst richtig Spaß!

Es musste also zügig ein Plan her. Das richtige Haus hatte ich ja schon längst gefunden. Die Straße hatte ich schon an die hundertmal gecheckt und auch die große 9 an der Fassade verriet mir, dass ich hier richtig war. Nur dieser verflixte Eingang war für mich unauffindbar. Wie kam ich also in dieses Haus ohne mich zu verspäten? Sonderlich viel länger konnte ich nämlich nicht mehr vor dem Gebäude stehen. Von intensivem Anstarren würde plötzlich auch keine neue Tür erscheinen und mich wie durch ein Wunder hindurch lassen.

Da war es! Ein offen stehendes Kellerfenster? Ob ich da mitsamt der Frühstücksbestellung hindurchklettert sollte? Wahrscheinlich blieb mir ohnehin nichts anderes übrig. Das Frühstück sollte immerhin frisch beim Kunden angekommen.

Was wäre ein Zwerg ohne gelegentliche Abenteuer?

“No risk, no fun!”, würde ich an dieser Stelle einfügen. Trotz, dass mir schon etwas mulmig zumute war. Schließlich versuchte ich ja über den Keller zur richtigen Wohnung zu gelangen. Wer konnte mir das schon für ein leckeres Frühstück verübeln? Somit versuchte ich mich zusammen zu quetschen, um durch das Fenster zu passen. Für Außenstehende hätte das sicherlich wie eine abgedrehte Yoga-Übung ausgesehen. So habe ich mich in diesem Moment zumindest gefühlt. Schnell das Frühstück hinterher gezogen und auf ging’s mir einen Weg durch den Keller zu bahnen.

Eine nette Begegnung im Flur

Kaum hatte ich meinen Weg durch den Keller gebahnt und schlug in Richtung Treppenhaus ein, als mir jemand auf die Schulter tippte. Etwas erschrocken zuckte ich zusammen. Als Zwerg erlebt man immer wieder Abenteuerliches, aber jetzt, da mich jemand entdeckt hatte, war mir doch etwas flau im Magen. Hätte ich besser nicht durch den Keller gehen sollen? Würde man mich jetzt rausschmeißen? Aber was würde dann mit der leckeren Frühstücksbestellung geschehen …

Doch als ich mich umdrehte lächelte mich eine freundlich dreinblickende Dame fortgeschrittenen Alters an. Kein griesgrämiger Hausmeister. Glück gehabt. Der netten Dame war meine grüne Zipfelmütze aufgefallen. So etwas würde sie auch nicht alle Tage sehen, meinte sie zu mir. Und so wollte sie mich “netten Burschen” eben mal ansprechen. Weiter im Gespräch berichtete sie mir, sie fände Außergewöhnliches äußerst interessant. Dass ich dazu noch aus dem Keller hervorgekrochen war, machte es für sie noch viel spannender. So sind sie, die Omis unter uns. Sie finden in allem etwas worüber man schmunzeln oder herzlich lachen kann. Sympathisch.

Wie sich herausstellte war die freundliche, alte Dame gerade auf ihrem Weg zu ihrer Freundin aus Kindertagen. Unglaubliche 72 Jahre wären die beiden jetzt schon befreundet. Ein Alter, dass es für mich zunächst erstmal zu erreichen heißt. Die beiden Frauen träfen sich nämlich heute zu einem gemeinsamen Frühstück.

Moment mal …

Frühstück mit Zwerg für zwei

In diesem Moment fiel es mir auf: Ich, Zwerg Julien, hielt soeben das Frühstück meiner netten Begegnung in der Hand. Was ein ulkiger Zufall. Doch einer, den ich niemals hätte missen wollen. Ich genieße den Kontakt und Austausch mit euch jedes Mal. Sofern ihr für einen kurzen Plausch zuhaben seid. Besonders liebe ich es, wie euch unser Frühstück vereint. Ich kann mir nur ausmalen, wie toll die Gespräche bei einem gemeinsamen Frühstück der LieferZwerge sein müssen. Neben dem Duft von frischem Kaffee füllen dann Ausgelassenheit und Gelächter die Küchen. Was eine schöne Vorstellung – nicht wahr?

Manchmal sollte man sich wahrscheinlich bewusst auf “Abwege” begeben, damit solch schöne Momente entstehen. Folgendermaßen konnte ich nicht nur das Frühstück pünktlich ausliefern. Außerdem bin ich  auf eine nette, alte Dame gestoßen, die mich für einen kurzen Augenblick an ihrem Leben hat teilhaben lassen. Genau, wie wir es in unserem Blog mich euch tun wollen.

***

Im besten Fall habe ich euch mit dieser kleinen Anekdote zum Lachen gebracht. Das würde mich am meisten freuen. Für sowas teile ich meine Erlebnisse gern mit euch. Ich jedenfalls muss immer wieder über meine Verpeiltheit von diesem Tag lachen. Aber sehen wir es mal positiv: wenn ich den Haupteingang des Gebäudeblocks nicht gleich gefunden hätte, wäre ich niemals auf diese herzliche Frau gestoßen. Was mir als Zwerg nicht alles passiert …

Beste Grüße von Zwerg Julien!